2020

Es gibt ziemlich plausible Informationen darüber, dass die Party um 2020/2021 herum vorbei sein wird. Und das ist diesmal keine Esoterik wie 2012 und es hat auch nichts mit der auffälligen Zahl 2020 zu tun. Diese Voraussage basiert auf den Daten und Computermodellen des Club of Rome und dem berühmten Bericht „Die Grenzen des Wachstums.“ Dieser Bericht erschien erstmalig 1972 und wurde jeweils 1992, 2004 und 2012 anhand neuer Daten revidiert.

Bis ca. 1800 zählte die Weltbevölkerung relativ konstant etwa eine Milliarde Menschen. Ab etwa 1850 begann sie zu wachsen und erreichte gegen 1920 die zwei Milliarden. Seitdem steigt sie steil nach oben und hat mittlerweile die 7 Milliarden überschritten. Das Bevölkerungswachstum korreliert ziemlich genau mit der Fördermenge an Erdöl.

Quellen:
Bevölkerungsentwicklung: United States Census Bureau
http://www.census.gov/population/international/
Erdölförderung:
https://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6l/Tabellen_und_Grafiken#Verbrauch
BP: Statistical Review of World Energy June 2013
International Institute of Social History: A History of Royal Dutch Shell – Statistical Tables 1880-2000

Die sogenannten „konventionellen“ Quellen für Erdöl haben bereits 2005 ihr Fördermaximum erreicht. Dies resultierte in der kurzen Wirtschafts- und Bankenkrise von 2008. Seither werden massiv sogenannte „unkonventionelle“ Quellen ausgebeutet, also Tiefsee, Fracking, Teersande etc. Daran sieht man ja schon, dass es nicht mehr lange gehen kann. Unternehmen, die sich auf die Ausbeutung unkonventioneller Quellen spezialisiert haben, sind bereits massiv verschuldet und gehen teilweise schon bankrott.

Es geht bei der Prognose auch nicht um einen plötzlichen und kompletten Zusammenbruch, sondern lediglich, wie der Name schon sagt, um „Die Grenzen des Wachstums“, die gegen 2020 erreicht sein werden, weil das Fördermaximum aller erreichbaren Erdölquellen überschritten wurde. Es heisst ja auch nicht, dass es von heute auf morgen kein Erdöl mehr geben wird, sondern lediglich, dass im Jahr 2020 voraussichtlich nicht MEHR Öl mehr gefördert werden kann als Jahr 2019.
Für unser Wirtschaftssystem bedeutet kein Wachstum mehr allerdings Rezession und letztlich Kollaps.

Es wäre alles halb so schlimm, wenn die Menschen halbwegs vernünftig wären. Für zahlreiche Menschen (und so gut wie alle nichtmenschlichen Lebenwesen) ist der Kollaps unserer Zivilisation ein Segen, für viele Lebewesen würde der Kollaps ein Ende des Massenmords bedeuten und ist somit die einzige Chance, zu überleben. Wie schlimm es für uns Zivilisierte wird, hängt größtenteils davon ab, wie die Menschen damit umgehen. Ich halte beispielsweise eine Hungersnot hierzulande für ziemlich unwahrscheinlich, weil ich davon ausgehe, dass sinkende Erdölvorräte in erster Linie für Landwirtschaft und damit Nahrungsmittelproduktion verwendet werden, und man zuerst bei nicht lebensnotwendigen Dingen wie Flugverkehr und Individualverkehr sparen würde. Es kann natürlich sein, dass die Politik und die Reichen so dekandent sind, sich die letzten Vorräte für ihren Luxus, Privatjets etc. zu sichern und die Bevölkerung hungern lässt. Dann aber gäbe es mit Sicherheit massive Revolten (die gibt es wahrscheinlich sowieso, wegen allem möglichen was wir uns jetzt noch nicht vorstellen können). Ab 2019/2020 werden Flugreisen wahrscheinlich zumehmend schwieriger bis unmöglich sein.

Eigentlich ist es ja auch keine intellektuelle Meisterleistung, vorauszusagen dass eine komplett auf endlichen Ressourcen basierende Zivilisation nur so lange bestehen kann, bis diese Ressourcen versiegt sind. Aber wie ihr ja wisst wird dieses Thema konsequent ausgeblendet und verschwiegen.

Die Informationen stammen zu einem großen Teil aus dem Blog von David Casey:
http://articulatingthefuture.weebly.com/home/thermodynamic-failure-phase-2

Ich möchte jede/n dazu auffordern, diese Wahrheiten zu verbreiten, über die möglichen Konsequenzen nachzudenken und sich so gut als eben möglich darauf vorzubereiten.

Wasser ist Leben – Water is Life

Eine beeindruckende Dokumentation über den Widerstand gegen die Dacota Access Pipeline. Wer auch immer noch die Illusion hat, wir würden in einer Demokratie leben, sollte sich das anschauen. Willkommen im Corporate State. Willkommen im Bürgerkrieg. Es ist an der Zeit, dass wir uns für eine Seite entscheiden. Die Seite des Lebens. Wasser ist Leben.

An impressive documentary about the resistance against the Dacota Access Pipeline. Whoever is still living with the illusion of democracy should watch this. Welcome to the Corporate State. Welcome to Civilwar. It is time for everybody to choose sides. To choose the side of Life. Water is Life.

Hello Warrior Sisters and Brothers in Arms,

Please like the new Logo of our DGR Germany Facebook page and help to make this page more popular so more people can see this.

https://web.facebook.com/DeepGreenResistanceDE/

What is happening in the Hambacher Forst is important.

Brave Activists are fighting against dirty coal while the global leaders only one hour away continue to tell us the same lies over and over. The climate is already changing. Global warming is made right here at the Hambacher Forst.

Globally, species are going extinct at a alarming rate. Where I live it is the Insects and Songbirds who lost between 50% and 80% of their populations. They are experiencing a genocide. They are my brothers and sisters. And yours too, just in case you might have forgotten.

In times like this, resistance is a moral imperative.

If you don’t care about nature, you probably still care about social justice and human rights. These too are increasingly cut down like forests and will be exterminated like most species, if we don’t fight for them.

As times become increasingly chaotic, the problems will not disappear if we ignore them. You can’t fight nature.

Whatever comes, we’ll need to stick together and build new communities of resistance with implemented ethics.

We’ll have to build allies against rising forces of capitalism, exploitation, fascism, racism, misogyny and the whole death urge of this culture.

If you don’t believe me, look around and try to start thinking for yourself.

Resistance starts in your head.

Start with questioning the signs, symbols, myths and belief systems of our culture.

Continue by understanding and removing the lies this culture is telling us.

Go ahead and de-colonize your heart and soul.

If you cry during this process, it is OK. You are a sentient being. Emotions are normal and they make you human. Feel them.

Get in touch with nature and like-minded people (both human and non-human) and share your feelings and thoughts with them. They might share theirs with you, if you’re lucky.

Start finding what you love and protect it.

Try to act wisely.

Be smart, thoughtful and dedicated.

And NEVER give up!

Botschaft vom Colorado River: Quellgebiete

Die nächste Folge von Will Falk, der dem Colorado River von den Quellgebieten bis zum Delta folgt, bevor er in den Gerichtssaal geht um für den Colorado River als Inhaber inhärenter Rechte zu argumentieren.

Von Will Falk / Foto © Michelle McCarron

Um jemanden wirklich zu verstehen, muss man bei ihrer Geburt beginnen. Also verbrachten Michelle und ich die letzten beiden Tage damit, in Kälte und Schnee über dem La Poudre Pass auf der Nordseite des Rocky Mountain Nationalpark nach den Quellen des Colorado River zu suchen.

Der Pass ist erreichbar über die Long Draw Road, die vom Colorado Highway 14 abzweigt. Die Long Draw Road ist eine unasphaltierte, kurvige Piste voller Schlaglöcher, die fünfzehn Meilen durch Pinien -und Fichtenwald führt, vorbei an dem gefrorenen Reservoir, bevor sie abrupt in einer von Weiden bewachsenen Ebene endet.

Die Straße war von einer Schicht aus gefrorenem Schlamm bedeckt, so dass wir langsam fahren mussten, um nicht in den Straßengraben zu rutschen. Die Fahrt fungierte als Vorbereitung unserer Reise zum Geburtsort des Colorado River. Die rauhe Straße mit den unablässigen Schlaglöchern, kombiniert mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind wie ein Test, ob wir es mit der Suche nach dem Quellgebiet des Colorado River ernst meinen. Ich machte mir Sorgen, ob Michelle‘s 91er Toyota Previa es dem Pass hinauf schaffen würde, aber der Van machte dem Kultstatus dieses Modells alle Ehre. Die Long Draw Road ließ die Gewalt ahnen, die wir an den Quellgebieten des Flusses vorfanden. Breite Streifen kahl geschlagener Wälder eskortierten die Straße zum Pass. Die Forstarbeiter müssen wohl zu faul sein, einzelne gefallene Bäume von der Straße zu entfernen, denn sie hatten einfach alle Bäume fünfzig Meter rechts und links der Straße abgesäbelt.

Etwa 3 Meilen nach dem Ende der Straße trafen wir auf einen langen, niedrigen Damm, der die vom Berg heruntertropfenden Bäche in einem langen Speicherreservoir. Wir hatten erwartet, eine Wildnis in La Poudre Pass vorzufinden, und so fühlte sich der Damm an wie das Rennen an eine Wand in der Dunkelheit.

Die Kahlschläge, der Damm und das Reservoir sind ernsthafte Wunden, aber keine von ihnen ist so schlimm wie der große Graben. Wir wanderten eine viertel Meile vom Ende der Long Draw Road, als wir einen Wegweiser fanden, der die Route zu den Quellgebieten des Flusses zeigte. Auf unserem Weg durthin kamen wir vorbei an einem 10×10 Meter großen Graben, der Wasser von West nach Ost drückte. Wir befanden uns auf der westlichen Seite der kontinentalen Wasserscheide, wo das Wasser natürlicherweise nach Westen fließt. Wir überlegten, welche schwarze Magie die Ingenieure für dieses Kunststück angewendet haben mussten. Der große Graben war auf dem La Poudre Pass so augenfällig wie eine vernarbte Wunde auf einem menschlichen Gesicht.

Der große Graben war in den späten 1880ern von mehrheitlich japanischen Mannschaften begonnen worden, die mit Handwerkzeugen und Schwarzpulver ausgestattet waren. Er war gebaut worden, um Wasser von den Quellläufen des Colorado River in Richtung Osten zu den wachsenden Städten im vorderen Colorado zu bringen. An die 60 Zentimeter tief rinnt das Wasser durch den Graben. Schon bevor die schmelzenden Schneemassen die Gebirgsflüsse formen, die als Quellen des Colorado River gelten, wird Wasser von ihr gestohlen.

Mit dem halben Fuß tief im Pulverschnee stehend, fragte ich mich ob das Wasser, welches hier gespeichert wird in dem Fort Collins-Golfplatz enden würde oder, aufgerührt durch die Flossen eines Schweinswals, im Golf von Kalifornien.

Studiere die Geburt des Colorado River, und du wirst lernen, dass sie in einem wilden Schoß aus schweren Winterwolken, hohen Berggipfeln und Schneemassen geboren wurde. Aber sie gelangt direkt nach der Geburt in die Ausbeutung. Im La Poudre Pass bekommt die noch junge Colorado River die Gewalt zu schmecken, die sie für den Rest ihres Lebens folgen wird.

Botschaft vom Colorado River: Was braucht der Fluss?

von Will Falk / Deep Green Resistance Southwest Coalition

Als ich mich bereit erklärte, dem Colorado River als „nächster Freund“ im ersten Gerichtsverfahren überhaupt, bei dem es um Anerkennung als Person und Naturrechte geht, zu dienen, verpflichtete ich mich, die Interessen des Flusses vor dem Gericht zu vertreten. Auf einem generellen Level ist es nicht schwierig, ein Konzept für die Interessen des Colorado River zu finden: Verschmutzung tötet die Bewohner des Flusses, der Klimawandel bedroht die Schneemasse, aus der viel seines Wassers stammt, und Dämme hindern den Fluss daran, den Weg ins Meer im Golf von Kalifornien zu machen.

Wir versuchen allerdings, die Anerkennung des Colorado River als Person zu erreichen, und dies beeinhaltet eine persönliche Beziehung mit ihr. Wasser ist eine der ersten Ausdrucksformen des Lebens, und der Colorado River spricht einen alten Dialekt. Die Schneemasse murmelt in der schmelzenden Sonne. Der seltene Regen der Wüste tropft von Weidenästen und ringelt sich durch träge Tümpel. Über gesprenkelte Steine fließende Bäche singen Sopran, während entfernte Wasserfälle den Bass übernehmen.

Eine persönliche Beziehungen erfordert es, zu lernen wer der andere ist. Unser erster Tag im Gericht ist am Dienstag, den 14. November um 10 Uhr geplant (ihr seid eingeladen). Ich werde also die nächsten Wochen bis zum Gerichtstermin damit verbringen, mit dem Fluss zu reisen, an ihrem Ufer zu schlafen und zuzuhören. Ich werde den Colorado River fragen wer sie ist, und dann, falls sie es mir mitteilt, werde ich sie fragen was sie braucht.

Wenn ich im Bezirksgerichtshof der Vereinigten Staaten in Denver ankomme, hoffe ich die Antwort des Colorado River mitzubringen.

Anmerkung: Die Bezeichnung des Flusses als „Sie“ ist in der patriarchalischen deutschen Sprache natürlich unüblich (und grammatikalisch falsch). „Der“ Colorado River ist jedoch vom Autor hier als Teil der politischen Botschaft bewusst als weiblich bezeichnet worden („she“; korrekt wäre „it“).