Nature fights back

Nur ein kleiner Gedankengang, den ich gerade hatte, als ich diesen Vogel mit dem roten Schwanz, der immer im Hof ist gesehen habe. Die Natur ist doch verdammt resilient, also die macht einiges mit. Es gibt so viele Tiere, die sich beispielsweise in Städten ansiedeln konnten und die menschliche Besiedelung und Bejagung und so weiter überstanden haben. Aber wir sind eine unglaublich desktuktive Kultur. Gegen Dinge wie diese Agrargifte von Bayer kommen die Insekten einfach nicht an. Die sind ja auch gemacht, gezielt um sie zu töten. Es ist wirklich ein krasser Krieg, der mit Chemiewaffen geführt wird. Und die zweite Sache war, dieser Eindruck dass die Natur uns noch verdammt viel mitzuteilen hat. Man sollte mehr darauf hören. Ich sollte mehr darauf hören, dass es noch viel, verdammt viel an Wissen und Weisheit, dass ich in meiner Lebenszeit erwerben kann und damit eine Weisheit erlangen kann die niemand in unserer Zivilisation kaum ein Mensch mehr kennt.

Nature is fighting back all the time.“ (Derrick Jensen) Die Natur kämpft, das sieht man an jeder gepflasterten, betonierten oder asphaltierten Straße, wo wie da wo ich jetzt laufe Löwenzahn und andere Pflanzen sich durchdrängen. Die Sache ist die: Natur kämpft mit Leben. Das heißt sie kämpft, indem sie immer und immer wieder neues Leben und neues Leben schafft. Unsere Kultur kämpft mit dem Tod.

Ich habe mich eigentlich nie wirklich willkommen gefühlt in dieser Kultur. Die Umstände, unter denen ich so geboren und aufgewachsen bin, waren alles andere als willkommenheißend und freudig. Ich hab immer das Gefühl gehabt, Menschen waren unhöflich, mochten mich nicht, alles basiert auf Konkurrenz, schon im Kindergarten. Streitereien, wenig Empathie ehrlich gesagt… sehr wenig. Und ich hatte immer das Gefühl, Empathie ist quasi mein zweiter Vorname. Vielleicht ist es auch nur so, dass ich eine besonders gute Menschenkenntnis hatte oder was auch immer, ein guter Beobachter bin… auf jeden Fall hab ich mich von Anfang an nie wirklich willkommen gefühlt.

Ich hatte oft das Gefühl, es wäre eigentlich besser, wenn ich garnicht da wäre. Und diese Kultur gibt einem dieses Gefühl, oder gab mir zumindest dieses Gefühl, oder bestärkt dieses Gefühl. Wenn ich die Erwachsenen sah und hörte, wie sie sich mit ihrer Arbeit quälen und Dinge tun, die sie hassen, und ich dachte immer: „Mist! Wenn es das bedeutet, erwachsen zu sein, dann will ich das eigentlich überhaupt nicht.“

Es ist doch eine Horrorvorstellung, das ganze Leben nach der Schule, die schon schlimm genug war, mit Dingen zu verbringen, die ich nicht mag. Nun ist es so, wenn man drüber nachdenkt, und ich hab viel drüber nachgedacht, dass diese Kultur tatsächlich nicht sehr willkommen heißend ist, und auch nicht sehr empathisch. Klar, Kapitalismus, wenn man es jetzt mal mit diesem Begriff bezeichnen will, ist nicht lebensbejahend und auch nicht empathisch, sondern allein auf Profit basierend, das wissen wir ja.

Wo ich mich hingegen, und da bin ich auch einer der wenigen, willkommen geheißen fühlte, schon immer, das ist die Natur. Und je mehr ich da drüber nachdenke und darin eingehe, je mehr ich mich damit befasse, wird mir immer klarer, dass es eigentlich sehr logisch ist. Die Natur, im Gegensatz zu unsere Kultur, ist ein System, welches im Prinzip alles Leben fördert und willkommen heißt. Natürlich sind die Gesetze des Dschungels hart, wie es bei Kipling steht, aber gerecht. Den Gesetzen zu folgen ist eigentlich nicht schwierig, indigene Kulturen ins aller Welt haben das getan, bis sie von unserer Kultur zerstört wurden.

Der Natur zu helfen, Leben hervorzubringen und zu fördern. So das für alle mehr da ist. Nach diesem Prinzip lebe ich, und deswegen fühle ich mich auch hier, wo ich bin, eigentlich nur dem Land verpflichtet. Der Natur, dem Land, auf dem ich lebe, den „natural communities“, den Ökosystemen, fühle ich mich verpflichtet. Ich fühle mich in keinster Weise einem Staat, der Regierung und dieser verrückten Kultur verpflichtet, die alles mit Straßen zubaut. Nein, ich möchte, dass es jedes Jahr mehr Singvögel gibt. Und jedes Jahr mehr Erdkröten, und mehr Ringelnattern, und mehr von allen Lebewesen, denen wir ihren Lebensraum brutal gestohlen haben.

Es kann ganz schön lange dauern, bis ich mir erlaube, mir einzugestehen, dass ich ok bin, wie ich bin. Als Mensch, der in der Natur leben will. Als Mensch, der keine Autos mag, obwohl alle anderen verrückt sind nach Autos. Als Mensch, der einfach anders ist als alle anderen. Nicht in diesem propagierten Projekt „Fortschritt“ mitmacht, weil er nicht daran glauben kann.

Ich möchte wahr und aufrichtig sein in einer Kultur voller Lügen. Die auf Lügen basiert, kann man sagen. Dass wir die Industrielle Zivilisation UND einen lebendigen Planeten haben können, ist eine Lüge. Die größte Lüge.

Es ist Zeit, die Wahrheit zu sagen, die Wahrheit, dass Industrielle Zivilisation inherent zerstörerisch ist durch ihren extremen Ressourcenbedarf. Und daher nicht nachhaltig. Das heißt, dass sie zusammenbrechen wird, und je früher wir das erkennen, um so besser können wir diesen Zusammenbruch steuern, und einen hoffentlich großen Teil des Lebens auf dieser Erde erhalten.

Wenn wir das nicht tun, dann wird unsere Zivilisation die Erde in absehbarer Zeit unbewohnbar machen.

Es ist also Zeit für Widerstand.

Vernichtung durch Arbeit

Es klingt hart, aber ich komme nicht umhin, hier einige Parallelen zu ziehen. November 2016 bis April 2017. Sechs Monate. So lange hat es gedauert, bis das Arbeitsamt mich dermaßen fertig gemacht hat, dass ich einen Schlaganfall bekam. Ich führe das schon ziemlich darauf zurück, weil dieses Stress-Gefühl, diese Angstattacken, Herzrasen, nicht schlafen können, das ist direkt mit dem Arbeitsamt verknüpft. Bei jedem Termin hatte ich diesen Stress und habe ihn immer noch. Ich kann da nicht mehr hingehen. Es ist mir nicht möglich. Ich werde da nicht mehr hingehen.

Einige Paralellen, die mir eingefallen sind, weil mir in den letzten Monaten, zufällig oder nicht, diese Nazi-Vergangenheit begegnet ist, mit den Spiegel-Artikeln die ich gelesen und den Dokus, die ich während meiner zweimonatigen Reha gesehen habe. Vernichtung durch Arbeit“ ist einer dieser Begriffe, und „Arbeit macht frei“, dieser Spruch der vor den Konzentrationslagern stand und heute als zynisch interpretiert wird. Auch wenn Nazi-Vergleiche als problematisch angesehen werden, frage ich mich, wie viele Spuren dieser Vergangenheit wir noch haben, die wir nicht sehen, oder die zu wenige von uns sehen?

Man kann, und man tut es auch, immer noch Menschen durch Arbeit kaputt machen. Ganz massiv. Wir haben Zwangsarbeit. Menschen werden gezwungen, Arbeiten zu machen die sie nicht tun wollen. Wir haben einen neuen Niedriglohnsektor.
Und ich frage mich dann immer: Wo ist die Grenze?
Wo ist der Punkt, an dem wir erkennen müssen: Jetzt ist die Zeit, uns zu wehren, Widerstand zu leisten? Wann kommt dieser Punkt?

Die Jobcenter und die Agentur für Arbeit sind „die größte Sozialbürokratie, die Deutschland je geschaffen hat. Eigentlich dafür gemacht, Menschen in Arbeit zu bringen und ihnen in der Not zu helfen, entstand mit den Hartz IV Reformen eine gigantische Sozialmaschine mit einem Jahresbudget von 42,4 Milliarden Euro. Damit ist sie 36% teurer als das vorherige System.

Allein die Verwaltung kostet fast 5 Milliarden Euro. 140.000 Mitarbeiter gibt es, das sind weit mehr als Siemens in Deutschland beschäftigt. Sie prüfen die Bedürftigkeit, durchleuchten das Privatleben der Menschen, die hier Kunden genannt werden. Anträge auf Radiowecker, Fernseher und sogar Winterreifen werden gestellt und bearbeitet. Wohngeld und Heizkosten berechnet und abgerechnet.

Diese Maschine verwaltet heute das Schicksal von 6,2 Millionen Menschen in Deutschland, und damit ist sie praktisch ausgelastet. Ihre eigentliche Aufgabe, das Vermitteln von Arbeit, spielt daher nur eine Nebenrolle. Nur 12,5% der Arbeitslosen und Hilfebedürftigen schaffen es dauerhaft, aus ihrer Lage wieder herauszukommen. Arbeitsvermittlung also mangelhaft. Doch auch die Verteilungsanstrengungen der Maschine bewirken nicht viel. Die Armutsquote sinkt nämlich keineswegs. Zwischen 2005 und 2014 ist sie sogar leicht gestiegen. Einige Kunden sind von dieser Maschine so frustriert, dass sie mit hilfloser Wut regieren. 2015 wurden allein in Sachsen-Anhalt 111 Angriffe auf Jobcenter gezählt. Darunter Sachbeschädigung, Körperverletzungen und sogar Bombendrohungen. Die Menschen sind deprimiert und fühlen sich gedemütigt. Die Abhängigkeit von der Sozialbürokratie, vom „Amt“, ist längst ein Massenphänomen.“

Untersuchungen von Prof. Clemens Kirschbaum, TU Dresden, zeigen bei Hartz IV Empfängern ein um vielfaches erhöhtes Level des Stresshormons Cortisol. ¹
Chronischer Stress macht bekanntlich krank. Chronischer Stress kann töten.

Für mich ist der Zeitpunkt für Widerstand spätestens dann gekommen, wenn eine Behörde, oder der Umgang dieser Behörde mit mir, zu soviel Stress führt, dass ich eine lebensbedrohliche Erkrankung habe. Dann ist das für mich nicht mehr machbar.
Sie haben mich kaputt gemacht.
Und ich muss jetzt sehr, sehr gut auf mich aufpassen, auf meine Gesundheit aufpassen, um nicht völlig kaputt zu gehen. Dieses Stressniveau, dass ich gestern bei dem Termin im Arbeitsamt hatte, hat sich sehr nach Schlaganfall angefühlt.

Und was kann ich jetzt tun? Ich stehe irgendwie ganz alleine da. Arbeitslose haben keine Lobby, Arbeitslose sind wie exkommunizierte einer Religion des schwer zu tragenden, aber hoch geheiligten Kreuzes der Erwerbsarbeit.

Wenige erkennen dies und ich kann mit niemandem darüber sprechen. Wer kann mir helfen? Die Ärzte werden mir im Moment, eine Zeit lang zumindest helfen, weil ich ein Schlaganfall-Patient bin und die nehmen ihre Aufgabe wohl doch sehr ernst, Menschen vor Schaden zu schützen. Aber in den Konzentrationslagern gab es auch Ärzte, die den Inhaftierten geholfen haben, heimlich vielleicht, aber trotzdem das gesamte System nicht in Frage gestellt haben. Das System der Konzentrationslager, ihre Existenz.

Ebenso werde ich schwerlich jemanden finden der die Existenz der Agentur für Arbeit in Frage stellen wird, oder mir helfen kann mich zu wehren, beispielsweise die Arge zu verklagen wegen Körperverletzung.

1. Quelle: Filmdoku MDR (2016): Exakt – So leben wir! – Arm gegen Reich

https://www.youtube.com/watch?v=vEWDDaqLCKc

tecumseh@posteo.de

Offener Brief an die Akteure der Umweltschutzbewegung von Deep Green Resistance Deutschland

Deep Green Resistance (DGR) ist eine internationale umweltpolitische und sozialrechtliche Organisation, basierend auf dem Buch Deep Green Resistance: Strategy to Save the Planet.[1]
Die Analyse von DGR identifiziert Zivilisation, Patriarchat und Kapitalismus als brutale Arrangements von Macht, welche auseinandergenommen werden müssen, wenn zukünftige Generationen eine Chance auf einen bewohnbaren Planeten haben sollen. DGR propagiert eine gemeinsame, fokussierte und ernsthafte Widerstandsbewegung, um den Mord am unserem Heimatplaneten zu stoppen, bevor es zu spät ist.

Wenn wir Rachel Carson’s Buch „Der stumme Frühling“ (1962) als Anfang der modernen Umweltbewegung nehmen, existiert „Umweltschutz“ seit ungefähr 55 Jahren. Dennoch zeigt jeder biologische Indikator, dass sich die Lage auf der Erde seither nicht verbessert hat, ja nicht mal halbwegs stabil ist, sondern dramatisch im Niedergang. In den letzten 40 Jahren hat die Welt laut dem WWF Living Planet Report [2] über die Hälfte aller Wildtierbestände verloren. Zwischen 150 und 200 Tier- und Pflanzenarten sind alleine heute ausgestorben. In Deutschland befinden sich die Populationen der Singvögel in einem dramatischen Rückgang, und wir steuern nun tatsächlich auf den stummen Frühling zu.[3] Der Planet wird zerstört, und keine Bemühungen um Recycling oder erneuerbare Energien können diese Zerstörung stoppen.

Wie Derrick Jensen in seinem Essay Forget Shorter Showers [4] deutlich macht, wird der Großteil der Ressourcen an Wasser und Energie durch Industrie, Landwirtschaft und Militär verbraucht, nicht durch Individuen. Persönliche Konsumentscheidungen sind lobenswert, machen aber keinen signifikanten Unterschied. Wenn wir uns weiterhin auf marginale persönliche Beiträge fokussieren, anstatt zusammen gegen die große Maschine als Ganzes vorzugehen, gibt es kaum eine Chance auf Erfolg. Es wird organisierten politischen Widerstand benötigen, um die katastrophale Flugbahn zu ändern, auf der wir uns befinden.

DGR propagiert einen neuen Ansatz. Der wesentliche Unterschied zwischen DGR und anderen umwelt- und sozialrechtlichen Organisationen besteht darin, dass wir eine langfristige Strategie haben: Decisive Ecological Warfare (Entscheidende ökologische Kriegsführung), kurz DEW.[5]

DEW hat zwei Hauptziele:
Das erste Ziel ist, die Machtsysteme zu durchbrechen und auseinanderzunehmen. Mit anderen Worten wollen wir den Reichen und Mächtigen ihre Fähigkeit nehmen, die marginalisierten auszubeuten und den Planeten zu zerstören.
Das zweite Ziel ist, gerechte, nachhaltige und autonome menschliche Gemeinschaften zu verteidigen und wieder aufzubauen und die Wiederherstellung gesunder, lebendiger Landbasen (d.h. Ökosysteme bzw. natürliche Gemeinschaften) zu ermöglichen und zu fördern.

Die Begriffe „Warfare“ bzw. „Kriegsführung“ mögen für viele sehr militant und abschreckend klingen. Doch machen wir uns nichts vor. Als Erwachsene Menschen, die den Planeten Erde in unserer Zeit bevölkern, sollten wir in der Lage sein, den Tatsachen ins Auge zu schauen. Unsere Kultur -die westliche, industrielle Zivilisation- basiert auf Hierarchie und Gewalt. Sie führt einen schrecklichen, grausamen Krieg gegen alles Leben auf diesem Planeten, und es ist schon lange an der Zeit, dass wir uns darüber klar werden und anfangen, uns zu wehren.

Derrick Jensen verwendet in Bezug auf den Mainstream-Umweltschutz das Bild eines Patienten, der voller blutender Wunden in eine Ambulanz gebracht und von zahlreichen Ärzten, Pflegern und Schwestern umsorgt wird. Sie tun alles in ihrer Macht stehende, um den Patienten vor dem Tod zu bewahren, nur eines nicht: Sie stoppen nicht den wahnsinnigen, der nach wie vor daneben steht, auf den Patienten einsticht und ihm permanent neue Wunden zufügt. Sie ignorieren ihn und handeln, als wäre er nicht da. Und hier ist wiederrum der Unterschied zwischen Mainstream-Umweltschutzbewegungen und DGR: Wir wollen den Mörder stoppen.

Unsere Kultur belohnt derzeit ein rücksichtsloses Verhalten einzelner Individuen auf Kosten der Allgemeinheit. Man nennt dies (Neo)Liberalismus. Habgieriges, ja geisteskrankes Verhalten, welches die Landbasis ihrer lebendigen Systeme beraubt, macht einzelne Individuen reich, und dies ist das Verhalten welches wir von unseren Machthabern sehen. Es wird weitergehen, solange damit Geld zu machen ist. In anderen Worten, die Zerstörung wird weitergehen, bis es keine lebendigen Systeme mehr zu zerstören gibt. Eine Reihe von angesehenen Wissenschaftlern kommt zu ähnlichen Schlussfolgerungen.[6]

Strategien, die keine Versuche unternehmen, diese Kultur zu zerstören, oder welche einen möglichen Widerstand auf eine ferne Zukunft verschieben, sind in Besorgnis erregender Weise fehlgeleitet. Das derzeitige System ist geprägt von Arroganz, Sadismus, Dummheit und der Verleugnung von Tatsachen. Es wird sich nicht von selbst ändern.

Der Hambacher Forst, bekannt als das letzte Stück Urwald in Deutschland, wird derzeit durch Europas größten Kohletagebau und den Profit von RWE zerstört – allen Naturschutzgesetzen zum Trotz. Dies nur als ein Beispiel von vielen für den unersättlichen Hunger dieser Kultur nach Rohstoffen (und letztendlich Profit). Hier hilft nur militanter Widerstand, welcher dankenswerterweise bereits von einigen wenigen mutigen Aktivisten geleistet wird.[7]

Viele Akteure der Umweltbewegung propagieren den Übergang in eine nachhaltige Gesellschaft mit erneuerbaren Energien. Kim erklärt in diesem Artikel,[8] warum dies unrealistisch ist. Wir haben nicht die Zeit. Siehe diesen Report von Jamens Hansen,[9] welcher die globale Erwärmung seit drei Dekaden korrekt voraussagt. Mittlerweile mehren sich auch in Deutschland kritische Stimmen; so legte Fabian Scheidler in seinem 2015 erschienenen Buch „Das Ende der Megamaschine“ eine fundierte Analyse unserer destruktiven Kultur vor, und der bekannte Fernsehphysiker Harald Lesch warnt in verschiedenen Medien eindringlich „die Menschheit schafft sich ab“. [10]
Die simple Wahrheit scheint jedoch, dass die meisten (westlichen) Menschen, allen Warnungen zum Trotz, nicht ihre industrialisierten erste-Welt-Privilegien wie Autofahren, Fernsehen und Flugreisen aufgeben wollen.

DGR möchte die Akteure der Umweltbewegung für einen ernsthaften Dialog über die dramatische Lage gewinnen, in der wir uns befinden, und darüber, was dagegen getan werden muss. Nicht nur darüber, was wir tun können, um uns gut zu fühlen, sondern darüber, was getan werden muss.
Wir begrüßen all jene, die sich ein Ende der Zerstörung wünschen und beginnen, sich als Teil einer Widerstandsbewegung für das Leben auf der Erde zu begreifen, anstatt einer Umweltbewegung, die einfach das beste hofft. Wenn wir eine echte Widerstandbewegung kreieren wollen, müssen wir eine Kultur des Widerstands zum keimen bringen. DGR Deutschland und die gesamte Organisation ist sehr jung. Wir glauben, dass wir eine valide Perspektive, Analyse und Strategie haben, die Beachtung verdient. Natürlich haben wir nicht alle Antworten, und wir brauchen und schätzen Unterstützung von ähnlich gesinnten Menschen und Organisationen, um als Organisation wachsen zu können. DGR hat eine Strategie, die jedoch nur Teil der Lösung sein kann. Wir sehen, dass es viele Wege gibt, sich für den Schutz unseres Planeten einzusetzen, und alle von ihnen sind wichtig um eine politische Auseinandersetzung größerer Tragweite zu schaffen.

Wie Derrick Jensen sagt:
„Wir brauchen alles. Wir brauchen Menschen, die Staudämme niederreißen und wir brauchen Menschen, die elektrische Infrastruktur außer Gefecht setzen. Wir brauchen Menschen, die protestieren und sich an Bäume ketten. Wir brauchen auch Menschen, die daran arbeiten, dass so viele andere wie möglich darauf vorbereitet sind, mit den Auswirkungen eines Kollaps umzugehen. Wir brauchen Menschen, die anderen zeigen können, welche wilden Pflanzen essbar sind, und welche Pflanzen als natürliche Antibiotika wirken. Wir brauchen Menschen, die uns zeigen können, wie man Wasser wiederaufbereitet oder wie man Behausungen baut. All dies kann aussehen wie die Unterstützung traditionellen, lokalen Wissens, es kann aussehen wie das Anlegen von Dachgärten, es kann aussehen wie das Pflanzen von lokalen medizinischen Kräutern, und es kann aussehen wie anderen Menschen das Singen beizubringen.“

Was wir vorschlagen möchten ist, dass Menschen, die sich für Umweltschutz engagieren, beginnen sich mit der Effektivität ihrer Form von Aktivismus auseinandersetzen. Sei es kommunal, politisch oder radikal, wir können und sollten uns die Frage stellen, ob unsere jeweilige Form von Aktivismus in einem Verhältnis steht zu dem Ausmaß der Probleme, mit denen wir uns konfrontiert sehen. Gemeinschaftsgärten und Demonstrationen können Teil einer Widerstandsbewegung sein, jedoch solange sie nicht verknüpft sind mit einer größeren politischen Auseinandersetzung, werden sie kaum etwas bewirken. Ungeachtet unserer Differenzen, sollten wir beginnen, zusammen zu arbeiten.

Der Begriff „Horizontale Feindseligkeit“ wurde 1970 von Florynce Kennedy geprägt, um den immensen Schaden zu beschreiben, den unterdrückte Gruppen sich zufügen, wenn sie sich untereinander bekämpen, anstatt gemeinsam gegen die mächtigen vorzugehen. Horizontale Feindseligkeit gehört zu den schlimmsten Feinden eines erfolgreichen systemischen Wandels.
Auch wenn Du nicht mit allen Positionen, die DGR vertritt einverstanden bist, möchten wir Dich bitten, uns nicht völlig abzulehnen, einfach weil wir für eine radikalere Strategie eintreten um unseren Planeten zu erhalten. Letztendlich teilen wir alle ein gemeinsames Ziel: eine gesunde, gerechte Welt für kommende Generationen aller lebendigen Wesen.

DGR ist aus diesem Grund auch eine radikal feministische Organisation. Wir glauben, dass das Patriarchat eine korruptes und brutales Arrangement von Macht darstellt, welches wir auseinandernehmen wollen, zusammen mit einem Kult von Männlichkeit, der danach trachtet, Frauen auf die selbe Art zu dominieren wie er die natürliche Welt und ihre Ressourcen dominiert. Unsere feministische Haltung hat in den vereinigten Staaten bereits für große Kontroversen gesorgt.

Wir verstehen, dass unsere Strategie nicht für jeden Menschen die richtige ist. Aber wir glauben, dass jede Option auf den Tisch sollte, damit jede Person sich entscheiden kann, welche sie unterstützen möchte, jedoch ohne notwendigerweise die anderen Optionen abzulehnen. Um es klarzustellen – DGR unterstützt oder billigt keine Gewalt gegen menschliche oder nicht-menschliche Lebewesen. Was wir jedoch ebenso klarstellen möchten – wenn keine drastischeren Maßnahmen ergriffen werden, wird unsere Welt nicht nur ein wenig wärmer werden. Sie wird sehr wahrscheinlich in großen Teilen unbewohnbar werden.

Wir möchten Euch einladen, Euch mit DGR und unserer Strategie zu beschäftigen, mit Freunden und Bekannten zu diskutieren und Euch eine eigene Meinung zu bilden. Die Strategie von DGR ist sehr breit, es gibt eine Menge Details, über die man sich informieren kann und wir begrüßen jegliches Feedback von möglichen Alliierten und Unterstützern.

Wie Ben Barker in seinem open letter to liberals erklärt: „Jede Bewegung für gesellschaftlichen Wandel hat verstanden, dass wir, wenn unser Rechssystem korrupt ist, uns wieder den universalen Gesetzen zuwenden müssen: den Menschenrechten, dem lebendigen Land, der Gerechtigkeit. Diese Bewegungen werden immer als radikal erachtet – weil sie es sind. Hoffnungen und Gebete alleine werden nicht die Welt verändern. Wir werden darum kämpfen müssen.“[11]

[1] Derrick Jensen, Lierre Keith, Aric McBay (2011): Deep Green Resistance: Strategy to Save the Planet
[2] WWF. 2016. Living Planet Report 2016. Risk and resilience in a new era.
[3] http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/hobbyornithologen-und-der-nabu-zaehlen-wintervoegel-14610269.html
[4] http://www.orionmagazine.org/index.php/articles/article/4801/
[5] http://deepgreenresistance.org/de/deep-green-resistance-strategy/decisive-ecological-warfare
[6] http://www.newstatesman.com/2013/10/science-says-revolt
[7] http://hambacherforst.blogsport.de/
[8] http://storiesofcreativeecology.wordpress.com/2012/08/28/sustainability-is-destroying-the-earth/
[9] http://thinkprogress.org/climate/2013/09/17/1892241/hansen-climate-sensitivity-uninhabitable/
[10] http://www.komplett-media.de/de_die-menschheit-schafft-sich-ab-die-erde-im-griff-des-anthropozaen_112637.html

[11] https://dgrnewsservice.org/resistance-culture/movement-building/beautiful-justice-an-open-letter-to-liberals/

Definition von „Zivilisation“

Auf seinen Forschungsreisen stieß Lévi-Strauss auf eine Stammeskultur, die ihm reizbar und brandgefährlich erschien.

Sie plünderte die Natur, verwüstete ganze Landstriche, verehrte affige Götzen, massakrierte ihresgleichen und war berüchtigt für ihre historischen Gemetzel.

Inzwischen hat diese exotische Stammeskultur alle Mitbewerber aus dem Feld geschlagen und beherrscht die Welt.

Ihr Name lautet »Zivilisation«.

http://www.zeit.de/2008/48/Levi-Strauss-100/
Claude Levi-Strauss (1978):
Traurige Tropen, Surkamp

Deep Green Resistance verwendet Derrick Jensen’s Definition von Zivilisation, die er in Endgame vol. 1, s. 17) wie folgt auslegt:
„(…) eine Kultur – bestehend aus einem Komplex aus Geschichten, Institutionen und Artefakten – die zum Wachstum von Städten führt und sich gleichzeitig aus diesem herausbildet (…), mit Städten definiert als – um sie von Lagern, Dörfern und so weiter zu unterscheiden – Menschen, die mehr oder weniger permanent an einem Ort und in einer Dichte leben, welche den routinemäßigen Import von Nahrungsmitteln und anderen Notwendigkeiten des Lebens erfordern. Somit wäre ein Tolowa Dorf vor fünfhundert Jahren, wo ich lebe in Tu’nes (…), welches nun Crescent City, Kalifornien heißt, keine Stadt gewesen, da die Tolowa einheimischen Lachs, Muscheln, Hirsche, Heidelbeeren und so weiter aßen und keinen Bedarf hatten, Nahrungsmittel von woanders zu beschaffen. Somit wären, nach meiner Definition, die Tolowa, deren Lebensstil nicht durch das Wachstum von Städten charakterisiert war, nicht zivilisiert. Die Azteken auf der anderen Seite waren es. Ihre soziale Struktur führte zwangsläufig zu großen Stadtstaaten wie Iztapalapa und Tenochtitlan, von welchen der letztere, als Europäer auf ihn stießen, weit größer war als jede Stadt in Europa, mit einer Population fünf mal der von London oder Sevilla.“

Aus Derrick Jensen (2006): Endgame Vol 2 „Resistance“ s. 820:
„Sogar diejenigen unter uns, die unsere Zivilisation ablehnen, tun dies oft im unerschütterlichen Glauben, dass die Zivilisation gewinnen wird, zumindest in einer kurzfristigen Perspektive. Sie hat schon so viele besiegt, die sie vor uns bekämpft haben, also wird sie sicherlich auch uns besiegen. Auch dieser Glaube ist so allgemein verbreitet, dass er nicht mehr als ein Glaubenssatz begriffen wird, sondern einfach als die Lage der Dinge.
Aber Zivilisation ist nicht Schwerkraft. Sie ist keine unveränderbare Kraft der Natur. Sie ist nicht mehr oder weniger als eine Art der gesell-schaftlichen Organisation unter vielen. Sie ist eine gesellschaftliche Organisation, zentriert um Krieg und die Maximierung der Ausbeutung von Ressourcen. Zivilisation ist eine große Masse von Menschen, die individuell und kollektiv in den Wahnsinn getrieben wurden, aus ihrem Verstand und ihren Körpern gleichermaßen vertrieben durch die ausbeuterische Gewalt, welche diese Art der sozialen Organisation charakterisiert. Zivilisation ist nicht mehr noch weniger als Städte, die zunehmend ausgeklügelte Technologien benutzen und ein zunehmendes Maß an Gewalt, um zunehmende Mengen von Ressourcen aus zunehmend erschöpften, zunehmend größeren Teilen des Globus zu stehlen.
Das ist es. Das ist alles, was es ist. Und es wird nicht andauern.“

Der Kampf um Europas letzten Urwald


„Der Hambacher Forst, den mensch Mitteleuropas letzen „Urwald“ nennen könnte, wird gerodet für Europas größten Klimakiller – RWEs Rheinisches Braunkohlerevier. Dafür werden außerdem ganze Dörfer, und die Gesundheit von Menschen zerstört. Um all das zu verhindern besetzen wir den Hambacher Forst und beteiligen uns an anderen effektiven und direkten Aktionen.“
Quelle Text (24.01.17) Quelle Bild (24.01.17)

Für mehr Informationen schaut Euch die Seite der Aktivisten an:
http://hambacherforst.blogsport.de/

Die Bewegung zur Demontage der Zivilisation

Warum alle Permakultur Designs eine Kultur des Widerstands beeinhalten sollten

 

Dieses Essay ist im Original erschienen in der Colorado Permaculture Guild

Von Jennifer Murnan / Deep Green Resistance

Link zum englischen Original: http://dgrnewsservice.org/resistance-culture/movement-building/movement-dismantle-civilization/

Anmerkung: Der Begriff „Deep Green“ (als Bezeichnung einer politischen Einstellung) wird hier mit „tiefenökologisch“ übersetzt.

Permakultur operiert derzeit im Bereich des „strahlend grünen“ Umweltaktivismus (bright green environmental activism) und ist offenbar getragen von dem Glauben, dass die derzeitige Kultur transformiert werden kann. Warum sollten Permakulturalisten sich mit den tiefenökologischen Umweltaktivisten zusammentun, welche, getragen von dem Glauben, dass Zivilisation irreparabel ist und in der Tat das Leben auf unserem Planeten zerstört, ihre Demontage fordern?

Mir fallen ein paar Gründe ein:
Die Permakulturbewegung war immer gegen die Glaubenssätze und Prinzipien der globalen Zivilisation. Sie sieht die Natur als einen Partner, einen Lehrer und Wegweiser, von dem wir vollkommen abhängig sind und den wir achten sollten. Dies ist ein völliger Gegensatz zu der kulturellen Auffassung der westlichen Zivilisation; das die natürliche Welt hier ist, um uns zu dienen, um benutzt und missbraucht zu werden, und dass dieser Missbrauch zu rechtfertigen ist.

Permakulturpraxis ist definitiv ein Versuch, wegzukommen von dem Modell der Ausbeutung und des Imports von Ressourcen, welches die Zivilisation ausmacht. Permanent an einem Ort zu leben ist die Antithese zu dem Muster, welches Zivilisationen schon immer zeigen. Zivilisationen können nicht an einem Ort leben. Gewaltsam importieren sie menschliche und natürliche Ressourcen und beuten diese aus, zerstören Ökosysteme, führen zu Überbevölkerung und hinterlassen nach ihrem Kollaps eine verarmte Landbasis.
Die westliche industrielle Zivilisation führt dieses Szenario derzeit in einem globalen Maßstab auf. Permakultur kann weder innerhalb der Zivilisation existieren, noch kann sie coexistieren mit einer Zivilisation welche die Welt verschlingt.

Ich denke, es ist seitens der Permakulturalisten weder ethisch noch praktisch, dieses zu versuchen. Ein weiterer Grund liegt in der gemeinsamen Vision, dass die Erde Vorrang hat, welche sowohl die tiefenökologischen Aktivisten als auch Permakultur Aktivisten teilen.

Die erste Ethik der Permakultur lautet „Sorge für die Erde“. Ohne diese Basis sind die beiden weiteren Ethiken „Sorge für den Menschen“ und „Teile den Überschuss“ unmöglich. Gesunde Organismen produzieren einen Überschuss, um die Ökosysteme, in welchen sie existieren, zu ernähren und anzureichern. Einfach ausgedrückt gibt es keine Gesundheit, ohne dass zuerst für die Erde gesorgt wird.

Wie Derrick Jensen in Prämisse sechzehn von Endgame konstatiert, „Die Erde der Punkt. Sie ist die Hauptsache. Sie ist unsere Heimat. Sie ist alles.“

Es gibt Haltungen, die von der Permakultur und der Tiefenökologischen Bewegung geteilt werden. Permakulturalisten glauben daran, mit der Natur zu arbeiten und nicht gegen sie. Die Förderung von Respekt gegenüber allem Leben ist inherent in der Permakulturpraxis. Das Wertschätzen von Menschen und ihren Fertigkeiten führt zu mehr Vielfalt, Kreativität und Produktivität in Permakultur- und tiefenökologischen Gemeinschaften. Der Schulterschluss zwischen tiefenökologischer Bewegung und Permakultur wird in zwei Gestaltungsprinzipien besonders offensichtlich. Der Versuch, traditionelle, permanente Landschaften zu erhalten, zu regenerieren und zu erweitern ist Ziel beider Bewegungen. Biodiversität jeglicher Art zu erhalten und zu fördern gilt sowohl bei Tiefenökologen als auch Permakulturalisten als essentiell für unser Überleben.

Ein primärer Grund für Permakultur, Teil einer Kultur des Widerstands zu werden, ist, dass ihre beiden leitenden Prinzipien eine Aufforderung zur Demontage der Zivilisation darstellen. Das Vorsorgeprinzip besagt, dass wir jedem Verdacht einer ernsthaften Bedrohung begegnen sollten, zumindest solange, bis der Verdacht sich als falsch erweist.

Zivilisation hat ihre Destruktivität gegenüber Ökosystemen seit ihrem Beginn hinreichend bewiesen. Die westliche industrielle Zivilisation führt zur kompletten Zerstörung jedes Ökosystems auf der Erde. Aric McBay schreibt, „die dominante Kultur frisst ganze Biome. Nein, dies ist noch zu großzügig, denn fressen impliziert eine natürliche biologische Beziehung; diese Kultur konsumiert nicht nur Ökosysteme, sie löscht sie aus, ermordet sie, eines nach dem anderen. Diese Kultur ist ein ökologischer Serienmörder, und es ist längst überfällig, dass wir dieses Muster erkennen.“

Eine groß angelegte und effektive Reaktion auf diese Zerstörung ist notwendig. Die Taktiken der Umweltbewegung haben sich bis zu diesem Punkt als ineffizient erwiesen. Wir sind am verlieren. Es ist an der Zeit, unsere Strategie zu ändern. Dies ist der Grund warum die Tiefenökologische Bewegung dafür plädiert, alle Taktiken zu erwägen, welche den Mord an der Erde stoppen könnten. Diese beeinhalten, sind jedoch nicht beschränkt auf: die Anwendung von Permakultur, Änderungen in der Gesetzgebung, legale Aktionen, zivilen Ungehorsam und Sabotage industrieller Infrastruktur.

Es gibt gewisse Probleme damit, an der Permakulturbewegung als alleinige Lösung für die globale Zerstörung festzuhalten. Während der Übergang zur Nachhaltigkeit in unserem privatem Leben wichtig ist, sind die Konfrontation und Demontage der unterdrückerischen Machsysteme, welche Ausbeutung und Ungerechtigkeit in einem globalen Maßstab propagieren, noch wichtiger.

Wenn diese Systeme bestehen bleiben, werden die durch die Anwendung von Permakultur gemachten Fortschritte in der Tat durch die Flutwelle der Zerstörung, welche uns die Zivilisation beschert, weggeschwemmt.

„Jedes ökonomische oder soziale System, das nicht den natürlichen Lebensgemeinschaften zugute kommt auf denen es basiert, ist unnachhaltig, unmoralisch und dumm. Nachhaltigkeit, Moral und Intelligenz (ebenso wie Gerechtigkeit) erfordern die Demontage eines jeden solchen ökonomischen oder sozialen Systems, oder zumindest es ihm zu verweigern, unsere Landbasis zu schädigen“, sagt Derrick Jensen.

Das zweite Leitprinzip der Permakultur, „Gerechtigkeit zwischen den Generationen“, erfordert ebenso sofortiges Handeln als Antwort auf die zerstörerische Kraft der Zivilisation. Dieses Prinzip sagt aus, dass zukünftige Generationen die selben Rechte haben wie wir, was Nahrung, saubere Luft, Wasser und sonstige Ressourcen betrifft. Dieses Statement gilt gleichermaßen für alle Menschen und nicht-Menschen. Täglich werden durch die Aktivitäten der industriellen Zivilisation ganze Spezies von diesem Planeten eliminiert. „Generationenübergreifende Gerechtigkeit“ existiert für sie nicht, Tag für Tag, solange die Zerstörung andauert, sterben weitere Arten aus. Es ist unzumutbar diesem System zu erlauben damit weiterzumachen.

Permakultur basiert auf einer genauen Beobachtung der natürlichen Welt, und ich denke, sie kann ihr volles Potential erst in einer menschlichen Gemeinschaft entfalten, welche die natürlichen Regeln ihrer Landbasis als die primären Gesetze anerkennt.

Permakultur in irgendeinem anderen Kontext als diesem zu praktizieren, führt dazu, dass wir unsere Prinzipien untergraben und alles, was uns nährt und erhält betrügen, alles, was heilig ist, unsere lebendige Erde. Wir können nur wirklich dazugehören in einer Kultur des Widerstands.

Sowohl Permakulturalisten als auch Tiefenökologen wissen, dass die Erde alles ist, dass es kein größeres Gut gibt als diesen Planeten, das Leben selbst. Wir verdanken ihm alles, und ohne ihn sterben wir.
Dies ist alles, wir brauchen einander, jeden, jede Taktik die wir aufbringen können um die Erde zu verteidigen.
Wir konnten uns die Zivilisation noch nie leisten.
Lierre Keith: „Die Aufgabe eines Aktivisten ist nicht, die Systeme der Unterdrückung mit größtmöglicher persönlicher Integrität zu umschiffen. Die Aufgabe ist es, diese Systeme zu Fall zu bringen.“